Samstag, 4. April. Am Tag zwischen den Feiertagen liegen meine Aufgaben wie ein Berg vor mir. Selbst um sie überhaupt zu sortieren und zu stapeln, brauche ich Kraft. Also spendiere ich mir mittags ein kurzes Bonus-Level, denn ich weiß genau, wer mir diese Energie geben kann.
Ich steuere im Botanischen Garten schnurstracks in Richtung Schwarzkiefer-Schattenspender-Wiese, als ich eine Familie im Entenmarsch einen schmalen Pfad entlangpirschen sehe. Die Mutter geht filmend mit dem Handy vorweg und hält den Zeigefinger über Mund und Nase. Drei Kinder und ein Begleiter schlängeln sich hinterher. Wenn sie nicht gerade eine Schlange gefunden haben, dann sicher Eichhörnchen. Und richtig!
Ich treffe auf eine Eichhörnchenmutter mit ihren drei schon recht großen Kindern, die scheinbar von einem Ausflug zurückkehren. Die Hörnchenmutter hält den Trupp im hohen Gras an und rollt sich ein Knäuel aus Moos und Blättern zusammen. Wir beobachten, wie dann alle vier über den Weg huschen und nacheinander auf eine der Schwarzkiefern klettern. Einer nach dem anderen verschwindet in dem Kobel, den die Mutter im dichten Geäst gebaut hat.
Die Menschenfamilie verabschiedet sich, während ich beobachte, wie eines der Hörnchen wieder herunterklettert. Ich hänge mich an sie heran – ich nehme an, es ist die Mutter. Auf einem Plateau wälzt sie sich genüsslich im dichten Moos – wie süß! – und hängt mich dann irgendwo in Richtung Mammutbäume ab.
Ich mache eine kleine Runde und sehe, dass die Obstbäume schon deutlich mehr Blüten haben als beim letzten Besuch. Die Leute sind meist zu zweit unterwegs, und ich denke mir, dass viele jetzt wohl eher Ostervorbereitungen treffen. Wir nicht.
Natürlich komme ich noch einmal zu der Stelle zurück, an der ich die Hörnchen getroffen habe, und sehe auch schnell, wie sich hier zwei bewegen. Eins in der Wiese, eins im Baum. Mal tanzen beide am selben Stamm. Dann schnappt sich eines eine Nuss und setzt sich auf einen Ast, das andere daneben auf einen anderen. Eines klettert herunter und mampft seelenruhig Löwenzahn, als wäre er das Köstlichste auf der Welt. Später sitzen sie wieder, ein Stockwerk versetzt, in einer Kiefer und machen Pause. All das kann ich von einer Bank gegenüber beobachten. Besser geht's nicht. Danke, Universum!
Die ganze Zeit bin ich fest davon überzeugt, zwei Eichhörnchen-Geschwister zu beobachten, die sich Gesellschaft leisten. Zuhause schließe ich die Kamera an den Mac an und lasse die Bilder übertragen. Jetzt habe ich genug Energie zum Kuchenbacken, Aufräumen und Ostersachenpacken.
Zwischendurch schaue ich immer wieder auf die Fotos und sehe schließlich, dass ich zwei Eichhörnchen-Damen beobachten durfte. Zu erkennen an ihren deutlich sichtbaren Zitzen. Ich wusste gar nicht, dass Eichhörnchen-Weibchen sich so nahe kommen und zusammen Siesta machen. Wieder was gelernt.
➡️ Alle Fotos des Tages und alle aus dem Botanischen Garten.