Dienstag, 07. April 2026. Bei gefühlten drei Grad und wolkig verhangenem Himmel treffe ich heute zum ersten Mal auf Eichhörnchen, die sich ebenso für mich interessieren, wie ich mich für sie. Bisher waren hier im Botanischen Garten alle Eichhörnchen mit sich selbst beschäftigt, und keines hatte irgendwelche Erwartungen an mich. Das zeigte sich meist darin, dass niemand stehen blieb und beobachtete, was ich tat.
Ich lande an einem großen Vogelhäuschen, über dem eine Kohlmeise zugange ist. Ich fotografiere sie. (Ha, mal kein Hörnchen!) Als ich bemerke, wie es im Dickicht raschelt, das sich durch die umstehenden Lebensbäume zieht, schaut mich auch schon ein Eichhörnchen in typisch abwartender Pose an. Es sitzt in einer Astgabel, die Vorderpfötchen vor der Brust verschränkt, und guckt. Ich gucke zurück. Dann raschelt es links von uns, und im Gras erscheint ein zweites Hörnchen in der gleichen Pose.
So langsam fällt bei mir der Groschen, und ich erinnere mich an die Nüsse, die ich im Rucksack habe. Das müssen die beiden wohl geahnt haben. Ich habe Walnusskerne mitgenommen, die ich jetzt in kleine Stücke zerbreche, um den Hörnchen meine Opfergaben darzulegen. Von unseren Balkonhörnchen habe ich gelernt: Je kleiner die Stücke, desto kürzer wird der Weg sein, den die Hörnchen mit ihrer Beute zurücklegen. Mit etwas Glück bleiben sie also sitzen und fressen gleich an Ort und Stelle.
Beide wenden die typischen Ablenkungsmanöver an. Sie tun so, als hätten sie gar nicht gesehen, wo da nun etwas hingefallen ist, und schnuppern arglos im Gras herum. Erst nach ein, zwei Manövern dieser Art wird die Nuss dann doch angesteuert und eingesammelt. So versuchen sie, die Krähen, die mittlerweile mitbekommen haben, was wir hier treiben, abzulenken. Aber die Krähen sind nicht dumm und durchschauen das. Für mich ist es erstaunlich zu sehen: Die Krähen wollen die Hörnchen gar nicht treffen. Sie landen immer etwa einen halben Meter neben ihnen. Es geht nur darum, ihnen die Beute abzujagen.
Ich kann die beiden – und kurzzeitig auch noch ein drittes Hörnchen – beobachten und dabei schöne Fotos machen. Leider sind wir hier im Schatten, sodass es dunkel und kalt bleibt. Die Fotos werden bei den hohen ISO-Werten vermutlich verrauscht sein. Egal. Die Eichhörnchen in ihrem Tun zu beobachten, ist einfach so, so schön. Irgendwann schüttelt mich die Kälte dann doch richtig durch, und ich verabschiede mich dankbar von den beiden.
Schaut euch alle Bilder des Tages an! Hier sind alle aus dem Botanischen Garten.