Ich habe mir überlegt, zu jedem Besuch im Botanischen Garten hier einen kurzen Log zu verfassen. Das wird immer etwas zeitverzögert sein, denn ... und die Fotos wollen ja auch entwickelt werden.

Donnerstag, zweiter April. Erster Besuch um die Mittagszeit und mit Teleobjektiv. Ich bin gespannt, ob ich es jemals schaffen werde, diese Besuche nicht als eine Art Eichhörnchen-Safari zu sehen. „Früher“ konnte ich im Frühling durch Parkanlagen laufen und mich von den vielen Farben und Düften der Blüten anziehen lassen. Seit 2024 haben wir Eichhörnchen-Besuch auf unserem Balkon. Seitdem scannt meine Aufmerksamkeit bewusst oder unbewusst jeden Winkel nach den kleinen Rotschwänzen ab.

Also nehme ich mir vor, nicht enttäuscht zu sein, wenn ich heute kein Hörnchen treffe, denn … darum geht es hier ja eigentlich nicht.

Diese Gedankenschleifen werden freundlicherweise von einer emsigen Eichhörnchendame mit sehr dunklem Fell unterbrochen. Sie lässt sich von mir nicht stören und macht ihr Ding. In diesem Fall heißt das: auf einer Wiese nach Nüssen suchen und im Laub Bucheckern erschnüffeln.

Ich lasse mich lange von ihr „ablenken“ und genieße, wie ich alles um mich herum vergesse und einfach zufrieden bin. Eichhörnchen beim Eichhörnchensein zu beobachten ist die angenehmste Art der Entspannung, die ich mir vorstellen kann.

Ein paar Wege weiter finde ich meinen Lieblingsbaum. Eine riesige Schwarz-Kiefer, bei der mein Teleobjektiv keine Chance hat. Ich merke schon: Es wird schwierig werden, die Vorlieben für Baumkronen und Eichhörnchen unter einen Hut zu bringen – außer, die Hörnchen helfen mit.

Auf dem Rückweg beobachte ich zwei Eichhörnchen, die sich im selben Baum ausruhen; eines knackt offenbar eine Nuss. Das Hörnchen sitzt recht weit oben und ziemlich im Schatten. Erst zuhause entdecke ich beim Bearbeiten der Fotos dieses süße Lächeln. Das nehme ich mit für das nächste Mal.

Alle Fotos dieses Ausflugs haben das Stichwort 2026-04-02. Album Botanischer Garten.