Für all die Feier- und Brückentage braucht es eine neue Zeitrechnung, oder? Jedenfalls bin ich mit dem schriftlichen Tracken meiner Eichhörnchen-Safaris, äh der Besuche im Botanischen Garten etwas aus dem Takt gekommen. Bzw. sammelte ich Begegnungen mit großen Persönlichkeiten in kleinen Pelzen, kalte Hände und Füße, Frage- und Ausrufezeichen beim Beobachten anderer Menschen, Knie- und Rückenziepen — und viele Fotos.
Zu den Menschen. Dass es Leute gibt, denen Eichhörnchen egal sind, kann ich nicht nachempfinden, bin aber ganz Team „mehr für mich“. Leute, die ihnen Zapfen hinterherwerfen, weil sie „aussehen, als wollten sie spielen“, und sie damit als Familie auf die Bäume vertreiben, verwundern mich. Leute, die eigentlich merken müssten, dass man da gerade keine Squats macht, sondern mit der Nuss in der Hand leise auf ein Hörnchen einredend eine Beziehung aufbaut. Wenn diese Leute dann zu zweit dazwischen latschen mit „wirf ihnen doch auch was hin“, dann wünschte ich mir schon, dass da mal ein Zapfen vom Baum fällt. So ein großer dicker. So direkt aufs Haupt… 😇
Bei meinen anfänglichen Besuchen wurde ich verwöhnt, was das Sichten von Eichhörnchen anging. Mit dem spärlichen Grün im Frühling war es wahrscheinlich auch leichter, sie zu erspähen. Mittlerweile zeigen sie sich seltener, sind im Grün kaum mehr zu erkennen und haben ihre Zeiten verändert. Das merke ich bei den Balkonhörnchen zuhause auch. Der Vormittag ist nicht mehr ihre liebste Zeit für Unternehmungen. Leider öffnet der Botanische Garten hier erst um 10 Uhr. Super gern ginge ich schon sehr viel früher auf Entdeckungstour, aber das scheint nichts zu werden.
Sei es drum. Heute habe ich Fotos von zwei Tagen Ende April zusammengestellt. Zu dieser Zeit haben sich die Eichhörnchen noch für Nüsse interessiert, die sie aus ihrer Nusswiese holen konnten. Aktuell steht das Gras dort so hoch, dass nicht mal die Krähen noch suchen.
Ein paar Mal ist es mir gelungen, sie seitlich am Baum beim Hoch- oder Runterflitzen zu erwischen — mit dem großen Objektiv ist das nämlich richtig schwierig (für mich).
Ach ja, Herr Fuchs zeigte sich auch kurz, als er die Sonne genoß und wir Menschen ihm nicht zu nahe kamen.